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2014 wurde der Flugplatz Aachen-Merzbrück hundert Jahre alt.

Nach der Nutzung des ehemaligen Feldflugplatzes durch die Belgier begann die offizielle Nutzung 1930 mit der feierlichen Eröffnung durch den Bau erster Hallen und Gebäude. Das Fliegen galt damals als ein gesellschaftliches Ereignis. Honoratioren aus Stadt und Kreis Aachen engagierten sich für den Platz. Die Akzeptanz des Flugsportes, das Abenteuer des Fliegens oder der Genuss sich „frei“ über den Wolken zu bewegen, fand viele Freunde.

Die Entwicklung des Platzes erreichte einen vorläufigen Höhepunkt als 1931 eine ständige Fluglinie durch die Lufthansa zwischen Merzbrück und dem Butzweilerhof in Köln eingerichtet wurde. Eine direkte Anbindung an den internationalen Flugverkehr war damit geschaffen. Die Lufthansa transportierte sowohl Personen als auch Post. Die Errichtung der Autobahn und des zunehmenden Autoverkehrs sorgten aber für das wirtschaftliche Ende des Flugplatzes Merzbrück. Im Jahr 1932 landete das für die damalige Zeit größte Passagierflugzeug der Welt, eine Junkers G38.

Nach Kriegsende kam der Platz zuerst unter die Verwaltung der amerikanischen und anschließend der belgischen Streitkräfte. Auf Drängen der Privatpiloten wurde der Landeplatz wieder für die zivile Nutzung zugelassen. Schnell gründeten sich Vereine und entwickelten neben dem Motorflugsport auch den Segelflugsport weiter. Die Hochschulen engagierten sich besonders im Segelflug. Seit 2005 ist Merzbrück Leistungsstützpunkt für den Segelflug.

Zurzeit ist der Verkehrslandeplatz (VLP) Aachen-Merzbrück mit circa 42.000 Flugbewegungen einer der bedeutendsten Flugplätze in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Planfeststellungsbeschluss am 27.03.2017 wurden die Weichen für den Ausbau des Verkehrslandeplatzes neu gestellt. Mit dem angestrebten Ausbau zum Forschungsflugplatz (die Piste soll geschwenkt und auf 1160 Meter verlängert werden) soll der Forschungsstandort Aachen gestärkt, der Geschäftsreiseflug gesichert, der Fluglärm reduziert und der Flugbetrieb sicherer werden.

Die Geschichte des Landeplatzes ist auch mit der Lehrtätigkeit zweier Professoren der RWTH verbunden. Professor Hugo Junkers nahm eine Professur an der RWTH zwischen 1897 und 1912 wahr. Bekannt wurde er durch eine Vielzahl verschiedener Flugzeugtypen, die auf Grund ihres technischen Vorsprungs berühmt in der Luftfahrt waren.

Professor Theodore von Kármán lehrte in der Zeit von 1913 bis 1929 am Institut für Mechanik und flugtechnische Aerodynamik. Beide Professoren waren im Rahmen ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit auf dem Flugplatz.

Auch für Forschung und Wissenschaft hat der Landeplatz eine große Bedeutung, da die zwei Lehrstühle für Luft- und Raumfahrttechnik der RWTH und der Fachhochschule Aachen (FH) hier forschen und ausbilden. Die FH betreibt zwei Flugzeuge (u. a. eine Stemme) zur Ausbildung ihrer Studenten am Platz.

Mit Partnern aus Forschung (RWTH und FH Aachen), Entwicklung und Industrie soll durch den Umbau der Infrastruktur bis 2022 ein luftfahrtaffines Gewerbegebiet mit direktem Zugang zum Vorfeld geschaffen werden, um für die Themenbereiche „alternative Antriebe“ und „neuartige Flugzeugentwürfe“ Forschung und Erprobung (Testflüge) eng verzahnt durchführen zu können.